Jens Willers Business-Knigge in den Vereinigten Arabischen Emiraten

Jens Willers: Business-Knigge in den Vereinigten Arabischen Emiraten

Andere Länder andere Sitten – Das gilt für Business-Etiketten, wie Jens Willers weiß. Um bei Geschäftsverhandlungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht ins klassische Fettnäpfchen zu treten, sollte man sich daher mit einigen Business-Etiketten der Araber auskennen. Gut vorbereitet kann sicherlich das ein oder andere lukrative Geschäft zustande kommen, merkt Jens Willers, der selbst seit Jahren enge Geschäftsbeziehungen in die VAE pflegt. Daher konnte des Öfteren beobachten, dass ein angemessenes Benehmen im Sinne der arabischen Welt entscheidend ist für einen erfolgreichen Verlauf. 

Jens Willers: 10 grundlegende Business-Etiketten der Vereinigen Arabischen Emiraten

Jens Willers resümiert, dass für ein erfolgreiches Engagement mit den arabischen Golfstaaten also nicht nur Wirtschaftsdaten von Bedeutung sind. Der geschäftliche Erfolg hängt viel mehr von den Kenntnissen der Geschäftskultur sowie den kulturellen Rahmenbedingungen ab. Diese gilt es zu kennen und sich anzupassen – wozu es ein wenig Übung braucht, fügt Jens Willers hinzu.

1. Richtige Anrede

Jens Willers betont, dass in den arabischen Ländern eine formelle Anrede üblich ist und die richtige Anrede abhängig ist von der beruflichen Position, dem gesellschaftlichen Status und der Hierarchie. Willers empfiehlt sich bereits vorab über den Titel, die Position und den genauen Namen (Schreibweise und Aussprache) seines Geschäftspartners zu erkundigen.

2. Geschäftsjahr

Jens Willers erklärt, dass wichtige Geschäftstermine für gewöhnlich nicht während der Sommerzeit stattfinden (Juni bis August), da sich hochrangigen Personen und Entscheidungsträger aufgrund der großen Hitze typischerweise im Ausland befinden. Ebenso ungünstig für Geschäftstermine ist die Zeit während des Ramadans. Willer merkt an, dass sich diese jedoch bestens dazu eignen, um persönliche Kontakte zu pflegen.

3. Geschäftszeiten

Jens Willers informiert, dass in den Vereinigten Arabischen Emirate Geschäftstermine während der Mittagszeit auch unüblich sind. Diese Regelung kann jedoch abweichen. Wer sich unsicher ist, erkundigt sich einfach vorher, schlägt Jens Willers vor.

4. Geschäftssprache

Auch wenn Englisch die verbreitete Geschäftssprache ist, ist nicht davon auszugehen, dass jeder arabische Geschäftsmann fließend Englisch spricht, erklärt Willers. Insbesondere in Hinsicht auf die ersten Zusammenkünfte ist es vorteilhaft, einen Dolmetscher an der Seite zu haben. Jens Willers unterstreicht, dass Kommunikation ein wesentliches Mittel in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist, wenn es um den Aufbau einer Geschäftsbeziehung geht. Verläuft diese schlecht oder holprig, schmälern sich Chancen.

5. Kleiderordnung

In der formalen Gesellschaft halten sich Männer und Frauen zwar gleichermaßen bedeckt, zeigen dafür aber gerne, was man sich leisten kann. Das Tragen von Luxusmarken ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten Normalität. Einen ordentlichen Anzug zu Geschäftsterminen zu tragen ist Pflicht, egal wie heiß es ist, fügt Jens Willers hinzu.

6. Körperdistanz und Blickkontakt

Jens Willers erklärt, dass zwischen den Geschlechtern die Distanz so weit wie möglich gehalten und ein Blickkontakt vermieden wird. Unter männlichen Geschäftspartnern hingegen gilt eine halbe Armlänge als angemessener Körperabstand ein direkten Blickkontakt wird aufrechterhalten.

7. Respekt vor dem Glauben

Der Islam spielt eine zentrale Rolle und stellt nicht nur eine Religion, sondern den Wirtschaftsfaktor und die Gesellschaftsordnung dar, erläutert Jens Willers. Deshalb ist es wichtig, den Glauben und die Traditionen mit Respekt zu behandeln und zum Beispiel während des Ramadans nicht in der Öffentlichkeit zu essen.

8. Visitenkarte

Eine Visitenkarte wird ausschließlich mit der rechten Hand übergeben und entgegengenommen, da die linke Hand als unrein gilt, lässt Jens Willers wissen. Nach der Übergabe diese am besten auch (kurz) ansehen, dann erst einstecken und dafür bedanken.

9. Politischen Tabuthemen

Politische Tabuthemen wie der Nahost-Konflikt, Irak-Krieg, pro-israelitische Äußerungen, die Kolonialzeit oder Amerika, gilt es zu vermeiden. Scheint eine politische Diskussion unumgänglich, versucht man am besten den „Rückzug“ zu Allgemeinthemen, schlägt Jens Willers vor.

10. Verhandlungen und Verträge

Jens Willers akzentuiert, dass die Arabischen Emirate Wert auf eine Verhandlung von „Mensch zu Mensch“ legen und es zuerst gilt, von sich selbst zu überzeugen, bevor es überhaupt um irgendwelche Geschäfte und Preisverhandlungen geht. Die Kunst liegt darin, eine persönliche Basis zu schaffen und so eine Beziehungsebene aufzubauen – was durchaus Monate in Anspruch nehmen kann, betont Willers. Wer es dann mal so weit geschafft hat, der darf Verhandlungen mit einem kooperativen Unterton beenden und sollte auch in den Vereinigten Arabischen Emirate alles schriftlich fixieren, um spätere Missverständnisse zu vermeiden.